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WordPace: Sprechtempo-Messung auf dem Gerät
Zu schnelles Sprechen gehört zu den häufigsten Punkten in Vortragsfeedback; gemeldet wird es meist erst hinterher, und während des Vortrags lässt sich das eigene Tempo unter Anspannung schlecht einschätzen. WordPace verlegt diese Rückmeldung in den Vortrag selbst: Die App misst das Sprechtempo auf iPhone und Mac gegen ein eingestelltes Limit in Wörtern pro Minute und zeigt eine Warnung, sobald das Tempo darüber liegt.
Anzeige
Das aktuelle Tempo wird groß dargestellt. Überschreitet es das eingestellte Limit, füllt eine Warnung die Anzeige — LANGSAMER —, die von selbst wieder verschwindet, sobald das Tempo darunter liegt. Es gibt keine Punktzahl, keine Auswertung nach der Sitzung und keine Vollständigkeitsmetrik. Während eines Vortrags liegt das Gerät nur im peripheren Sehen, in dem ein Farbwechsel an einem Zahlenwert nicht zuverlässig wahrgenommen wird, ein Wechsel der gesamten Anzeigefläche dagegen schon; die visuelle Gestaltung folgt aus dieser Randbedingung und nicht aus einer stilistischen Vorliebe.
Messung über die Sprechzeit
Wörter pro Minute, über die reine Uhrzeit gerechnet, behandeln Pausen als vermindertes Tempo. Eine bewusste Pause nach einem wichtigen Satz senkt dann den gemessenen Wert, und nach dem Weitersprechen braucht der Durchschnitt entsprechend lange, bis er das tatsächliche Tempo abbildet — die Warnung kommt zu spät. WordPace misst deshalb über die Sprechzeit: ein gleitendes Fenster von rund zwanzig Sekunden erkannten Sprechens, mit einer kurzen Aufwärmphase, damit der erste Wert nicht aus zwei Wörtern abgeleitet wird. Die Warnung ist mit einer Hysterese versehen: Sie verschwindet erst, wenn das Tempo deutlich unter dem Limit liegt, und nicht bereits an der Grenze selbst, was ein wiederholtes Umschalten am Schwellwert verhindert.
Sprachen
Ein angenehmes Sprechtempo ist eine Eigenschaft der Sprache und nicht der sprechenden Person, ein einzelnes Limit lässt sich also nicht übertragen: Deutsch, Englisch und Japanisch liegen bei unterschiedlichen Werten. WordPace unterstützt 45 Vortragssprachen, speichert je Sprache ein eigenes Limit und liefert pro Sprache eine Voreinstellung mit. Die Oberfläche selbst ist in elf Sprachen lokalisiert. Das Sprachmodell für eine Vortragssprache wird bei der ersten Verwendung einmalig geladen; danach läuft die Messung offline.
Umgang mit den Audiodaten
Das Mikrofonsignal wird auf dem Gerät verarbeitet. Sobald das Tempo berechnet ist, werden die Audiodaten verworfen: Es wird keine Aufnahme gespeichert, kein Transkript aufbewahrt, und die Anwendung hat keinen eigenen Netzwerkzugriff. Erhalten bleibt die Konfiguration — Limits, Vortragssprache, Anzeigeoptionen. Das folgt derselben Überlegung wie bei Clessira: Gebraucht wird das Messergebnis, und die zugrunde liegenden Daten haben nach der Berechnung keinen Zweck mehr.
Voraussetzungen
WordPace setzt macOS 26 oder iOS 26 voraus und ist ein einziger Kauf für beide Plattformen, ohne Abo und ohne Konto. Auf macOS wird die Warnung über gewöhnlichen Fenstern gezeichnet, aber nicht über dem Vollbild einer anderen Anwendung, was relevant ist, wenn die Präsentation auf demselben Rechner läuft. Auf iOS bleibt die Warnung innerhalb der App, was dem üblichen Aufbau mit dem Gerät auf dem Rednerpult entspricht. Eine Demonstration der Anzeige steht auf wordpace.de bereit.